Mehr über Schweizer Puppenmacherinnen 

Als Puppenmacherin interessieren mich natürlich auch andere Puppenmacherinnen. Ganz fasziniert bin ich von Käthe Kruse. Was sie geleistet hat...Hut ab vor dieser Frau! Und das zu einer Zeit, als das Leben wirklich nicht einfach war....als (Geschäfts-) Frau sowieso nicht.....

Über Käthe Kurse:

1883 ist Katharina Simon geboren und war mit 17 Jahren schon eine erfolgreiche Schauspielerin. Sie verliebte sich mit 19 Jahren in Max Kruse, einen angesehenen Bildhauer. Die Ehe hielt ein Leben lang und es gingen sieben Kinder daraus hervor.

Die Familie Kruse wollte ländlich leben und fand ihren Wohnsitz in Ascona. Der Vater pendelte zwischen Berlin und Ascona hin und her....zur damaligen Zeit...stell dir vor! Und so sei die Frau Kruse eben auch hier kurz erwähnt, eine Deutsche, aber zeitweise mit Wohnsitz in der Schweiz;-)

Als Käthe ein zweites Mädchen gebar, schaute die älteste Tochter gerne beim Wickeln zu und so wuchs in ihr der Wunsch auch bemuttern zu können. Eine Puppe musste her. Max Kruse wurde beauftragt, eine zu besorgen. Der gute Vater befand die Porzellanpuppen der damaligen Zeit nicht kindgerecht genug (was für ein praktischer Papa!) und er sagte seiner Frau den viel zitierten Satz:

Tja, und so begann Käthe Puppen zu machen. Zuerst nur mit einem Tuch und einer Kartoffel....! Aber die mussten ständig erneuert werden. So feilte Käthe an der Technik, bis sie den Puppenmarkt revolutionierte und bis ins Ausland expandierte. Der zweite Weltkrieg brachte das Auslandgeschäft mit den Puppen zum erliegen. Es war sehr schwierig das benötigte Material für die Puppenherstellung zu kriegen.

Über Sasha Morgenthaler:

Vielleicht von ihrer deutschen Kollegin inspiriert wurde die weltbekannte Schweizer Puppenkünstlerin Sasha Morgenthaler. Ihre aktivste Zeit begann nach dem zweiten Weltkrieg. Die Bernerin gewann 1941 den ersten Preis beim Eidgenössischen Spielzeugwettbewerb. Ihr war bei den Puppen wichtig, dass sie leicht asymmetrisch daher kamen (nicht genau gleiche Augen und leichte Unterschiede in der Länge der Gliedmassen), sowie vermied sie, dass die Puppen mit allzu vielen Details ausgearbeitet wurden.

Sasha stellte ihre Puppen in Original aus Stoff her. Sie gab auch viele Kurse und war weit herum bekannt dafür. Leider weiss ich nicht, ob die Schweizer Stoffpuppen eine Entwicklung und Abwandlung ihrer Originalpuppen sind. Vielleicht würde das erklären, dass im Volksmund die Stoffpuppen auch oft als Sasha-Puppen benannt werden?

Die heutigen, bei nationalen und internationalen Sammlern sehr begehrten Sasha-Puppen sind aus Vinyl geformt und sehen ungefähr so aus:

Sasha-Puppe, entworfen von Sasha Morgenthaler. Serie Goetz "No Navel", ca. 1970.

Bild von Wikipedia

Seit März 2016 ist eine tolle Sammlung der Morgenthaler Puppen und Stofftiere im Zürcher Spielzeugmuseum zu sehen.

Heidi Ott und Heidi Kistner

Ein wenig später als Sasha war auch Heidi Ott als Puppenkünstlerin tätig. Seid 2009 werden ihre Puppen nun nicht mehr hergestellt. Leider fand ich keine Informationen über Heidi Ott. Gerne würde ich hier zusätzliche Angaben anbringen.

Sicherlich gefördert durch die Kurse von Sasha, erlebte das Puppen-machen eine richtige Hochkonjunktur und so manches Mami nähte die Puppen für ihre Kinder selber. Das Gestalten eines schönen Gesichtleins birgt allerdings ein paar Herausforderungen. So begann man Plastikmasken mit Stoff zu überziehen als Hilfestellung. 

Immer wieder kommen bei Estrichräumungen so Plastikmasken zum Vorschein und ich werde angefragt, ob sie mir dienlich sein könnten. Aber nein, ich brauche kein Plastik für meine Puppen. Ich arbeite sie in Anlehnung an die Waldorfpuppen nach, welche gänzlich aus Schafwolle gestaltet werden.

Weil ich es spannend fand, nahm ich eine Lieferung altes Puppenmaterial an. Zum Vorschein kam auch eine komplette Anleitung von Heidi Kistner Puppen. Sie scheinen so hergestellt worden sein wie die Schweizer Stoffpuppen.

Leider fand ich auch zu Heidi Kistner keine besonderen Angaben.

Schade, eine geballte Ladung Schweizer Puppenhandwerk trifft sich doch hier. Wäre schön, ein wenig mehr über die kreativen Frauen zu wissen!

Ich werde auf jeden Fall dran bleiben und den Artikel gerne ergänzen. Hinterlasse mir doch einen Kommentar, wenn du zu der einen oder anderen Puppenmacherin Ergänzungen hast!

Magst du eintauchen in das Puppen machen? Die Faszination kennen- und verstehen lernen? Ich biete sechs Kursmöglichkeiten an um Puppen herzustellen! Schau rein, ich freu mich, aber sei gewarnt: Irgendwie kann man nicht mehr aufhören mit Puppen machen, wenn man mal angefangen hat!

Einen lieben Gruss

Fabienne

Fabienne Truffer


Hey, ich bin Fabienne, Mami von zwei Mädels. Früher war ich Kindergärtnerin. Nun bin ich "Hebamme" für Puppenkinder und leite Mamis zur Herstellung von Puppen an. Mittlerweilen bin ich auch Wegbegleiterin für Frauen, die keine Zeit für sich finden und mittels Zykluswissen Gelassenheit suchen auf www.fabiennetruffer.com

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  1. Ich finde Sasha Puppen wunderschön! Ich war schon als Kind ein Puppennarr, habe in der Schulzeit ganze Garderobe gestrickt und genäht. Meine Töchter bekamen dann ein Sasha Mädchen und ich habe mir später noch den Jungen gekauft. Mich fasziniert neben dem speziellen Ausdruck auch die Geschichte hinter diesen Puppen. Mittlerweile ist es ziemlich schwierig, an Sasha Puppen zu kommen. Wer an Sasha Puppen und oder Kleidchen interessiert ist, findet auf https://trovas.ch/?title=sasha+puppen herzige Sachen. Ich selber besitze auch zwei Reallife Babys (Reborn). Die Freude am Puppenkleider Stricken und Häkeln ist geblieben, habe aber im Moment leider keine Puppenmamis in meiner Umgebung.

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