Material für das Puppen nähen

Allgemein

Eine Puppe selber nähen ist absolut fantastisch und birgt Suchtpotential. Das bestätigen mir meine Kursteilnehmerinnen immer wieder!

Damit die Puppe gelingt ist eine hochwertige Materialauswahl von grösster Wichtigkeit. Seien wir ehrlich, eine Puppe aus dem abgetragenen Unterhemd des Papas zeigt dem Kind nicht wirklich Wertschätzung, oder?

Meine langjährige Erfahrung als Puppenmacherin liess mich Verschiedenes ausprobieren. Meine ganz persönlichen Empfehlungen kann ich dir hier aufzeigen:

 

Das Füllmaterial:

Ich benutze unsere hofeigene (Bio) Schafwolle. Sie lässt sich sehr einfach verarbeiten und das Herstellen eines Kopfes ist mit den langen Wollfäden ein Kinderspiel. Die natürlich tollen Eigenschaften sprechen für sich.

Als Alternative eignet sich auch Kapok. Es ist eine vegane, sehr umweltfreundliche Füllmöglichkeit.

Von Acrylwatte bin ich nicht begeistert. Zu synthetisch und es gibt der Puppe zu wenig Stabilität.

Granulat ist auch nur bedingt empfehlenswert. In der Puppenmacherei wird es meistens nur für Teilbereiche eingesetzt, für die Füsse zum Beispiel. Es besteht die Gefahr, dass die Puppe ansonsten zu schwer wird und eventuell aufreisst. Die kleinen Körner bergen auch eine Verschluckgefahr bei Kleinkinder, sollte eine Naht mal lassen.

Allgemein über das Füllen der Puppe kannst du hier nachlesen: Das Stopfen der Puppe

 

Der Stoff:

Als Grundmaterial für den Kopf benutze ich Tubegaze-Verband aus der Apotheke. Es hat sich wirklich bewährt und eignet sich gut um den Kopf zu modellieren und abzubinden.

Ich nähe alle meine Puppenkinder aus dem Schweizer Wollstoff. Die Qualität, die natürliche Wärme und die tollen Eigenschaften des Wollstoffes sprechen für sich. Zudem ist der Stoff grösstenteils schmutzabweisend und hat sich im Kinder-Alltag bewährt. Der starke Stoff gibt der Puppe zusätzlichen Halt und Stabilität.

Als Alternative für Puppen welche für grössere Kinder oder Erwachsene gedacht sind, brauche ich Puppenjersey. Auch da achte ich auf Bioqualität.

 

Die Haare:

Am liebsten verarbeite ich das Mohairgarn aus einer Spinnerei im Unterwallis. Natürlich eingefärbt und von den hofeigenen Ziegen, wirklich super Qualität. Alternativ kannst du auch anderes Mohairgarn verwenden. In meinem Puppenkurs zeige ich dir aber auch Möglichkeiten auf aus Baumwollgarn.

 

Kleinmaterial:

Zum Abbinden verwende ich Sternlifaden. Es muss wirklich stark und reissfest sein.

Vernäht werden alle Teile mit reissfestem Nähfaden. Ich verwende das von Mettler, welches bei Buttinette erhältlich ist.

Baumwollgarn für das Sticken der Augen und des Mundes ist einfach erhältlich in jedem Wollladen.

Für das Einfärben der Bäcklein verwende ich einen Wachsmalstift. Du findest meistens eine ganze Farbschachtel in guten Schreibwarengeschäften. Die Kinder werden die anderen Farben sicher mit Begeisterung verwenden. Ansonsten kannst du auch nur ein wenig Rouge aus deinem Schminkmaterial verwenden.

 

Sei nicht zu sparsam damit. Deine guten Gedanken, deine Liebe, deine Wertschätzung spürt das Kind durch das Füllmaterial und den Stoff hindurch bis zu seinem Herzen. Darum sei achtsam beim Puppenmachen was du denkst und fühlst!

 

Du findest der Grundstock des Materials auch einzeln in meinem Shop. So kannst du dazu kaufen was du brauchst.

Bemerkung: Du findest auch Dinkelspreu (aus der Mühle in Visp) unter dem Puppenmaterial. Das ist allerdings nur für Florino gedacht oder als Füllmaterial für Kissen. Mehr über Dinkel erfährst du in einem nächsten Artikel.

Ich wünsche dir ein frohes Werkeln!

Fabienne

 

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About the Author

Sie ist Mami zweier Mädels und war Kindergärtnerin. Nun ist sie "Hebamme" für Puppenkinder und leitet Mamis zur Herstellung von Puppen an.

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