Jahreszeitentisch

Allgemein

Ein Jahreszeitentisch gestalten! Warum nur?

 

Unser Alltag ist geprägt von kleinen und grossen Rhythmen. Angefangen mit dem Tagesrhythmus, dem Wechsel von Tag und Nacht, wachen und schlafen, dem Wochenrhythmus mit dem freien und besonderen Sonntag, schliesslich auch die Abfolge der Monate und der Jahreszeiten. Wir fühlen uns Geborgen im Rhythmus des Mondes und Spüren den Zyklus der Natur tief in uns. Das Kind findet im regelmässigen Rhythmus der Jahreszeiten Geborgenheit und Sicherheit. Es weiss was kommt, was erwartet werden kann, was es bringt. Dies Immer-wieder-kehrende beruhigt das Kind im Aufwachsen und Erleben. Das Kind nimmt die Veränderungen noch viel feiner wahr als wir Erwachsenen.

Wichtig ist, dass der Jahreszeitentisch kein starrer Altar ist, sondern von den Kindern mitgestaltet werden kann und soll. Unser Tisch ist von den Kindern gut zugänglich und im Essbereich, also quasi im Herz des Hauses aufgestellt.

Ein kleines Tischlein, ein Stuhl, einen Kommode, je nach Platzmöglichkeiten wählst du einen geeigneten Untergrund aus. Mit Seidentücher gestaltest du die Grundfarben des Jahreszeitentisches.

Auf diesem Untergrund trägst du und deine Kinder die Schätze der Natur zusammen, die ihr beim Spaziergehen findet. Lehre das Kind, nicht einfach auszureissen - nicht die Menge macht den Tisch aus. Vielleicht ein leeres Schneckenhäuschen, einen besonderen Stein, ein spriessendes Ästchen, bunte Blätter usw. Auch eine besondere Bastelarbeit eines Kindes kann seinen Platz auf dem Tisch finden.

Der Tisch ist wandelbar, mal geht etwas weg, etwas Neues kommt hinzu, ein Bilderbuch dazu wird aufgestellt, eine besondere Duftkerze angezündet. Es sollte sich aber nicht allzu viel ansammeln. Pflege den Tisch, wie du deine Wohnung in Ordnung hältst. Finde dein Ritual, welches zu deiner Familie passt.

In vielen Katalogen werden verschiedene Jahreszeitenpüppchen angepriesen. Rudolf Steiner mochte diese Verniedlichungen, die vermenschlichten Figürchen aus dem Pflanzenbereich nicht. Er wollte, dass wir nicht in die Fantasie des Kindes eingreifen und sie die Naturkinder sich so vorstellen lassen wie es ihnen gut erscheint. Schnell wird sonst auch der Jahreszeitentisch zu einem Puppenhaus, was er ja nicht ist.

Vergiss mein nichtIch mag aber trotzdem ab und zu etwas Figürliches auf dem Tisch haben. Wir haben schon zusammen Feen und Zwerge gebastelt und diese aufgestellt. Ich finde es nicht allzu schlimm, wenn der Natur ab und zu ein Gesicht gegeben wird. So sehen die Kinder auch, dass alles lebt!

Wenn in deiner Familie die christlichen Feste gefeiert werden, kannst auch du sie auf dem Jahreszeitentisch aufnehmen, gestalten und die Kinder in das Geschehen mit einbeziehen.

Inputs:

Frühling: im März vielleicht ein braunes Seidentuch, erst dann ein zaghaftes grün, erste Knospen und Blümchen. Vielleicht magst auch ein Schälchen mit Kresse dazustellen und beobachten wie aus dem Samen das Pflänzchen wächst. Mehr liest du auch hier: Jahreszeitentisch im Frühling

An Ostern kannst du den Osterbaum auf den Jahreszeitentisch stellen und ihn mit den Kindern schmücken.

Sommer: ein sanftes gelbes Seidentuch, die Blumen und Früchte des Sommers finden Platz auf dem Tisch, vielleicht ein paar gebastelte Schmetterlinge? Im Spätsommer auch mal verschiedene Getreidearten. Mehr liest du auch hier: Jahreszeitentisch im Sommer

Herbst: ein warmes rotes Seidentuch, Kastanien, farbige Blätter, Nüsse, Nussschalen! Mehr liest du auch hier: Jahreszeitentisch im Herbst

Adventszeit: ein dunkleres grünes Seidentuch, ein Tannenzweig mit Stern und Kerze oder vielleicht wandert Maria jeden Tag ein wenig weiter?

Winter: ein weisses oder blaues Seidentuch, Bergkristalle oder ein paar wenige schöne Steine! Mehr liest du auch hier: Jahreszeitentisch im Winter

Damit das Kind die Schönheiten der Natur immer mehr lieben und schätzen lernt, braucht es dich als Vorbild. Es beobachtet genau, wie du mit den Naturschätzen umgehst und ahmt dich nach. Du brauchst nicht zu belehren, nichts zu sagen. Gehe aber auf Fragen ein, die das Kind stellt und über die Schätze wissen möchte.

Hast du einen Jahreszeitentisch? Wie sieht er aus? Hinterlasse mir doch einen Kommentar, ich freu mich darüber!

Herzlichen Gruss

Fabienne

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About the Author

Sie ist Mami zweier Mädels und war Kindergärtnerin. Nun ist sie "Hebamme" für Puppenkinder und leitet Mamis zur Herstellung von Puppen an.

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